Schitour Glockturm (3355m)

Wednesday, 5. December 2007 – 22:52

Da ich gestern zu Faul war die Karte für die heutige Schitour auszudrucken klingelte heute bereits um 6:15 Uhr der Wecker.  Nun heißt es schnell aufstehen, gleich das Teewasser heiß machen und ran an den Laptop um die AV-Karten auszudrucken.Pünktlich um 6:45 Uhr läutete das Telefon und Ötzi riet mir mal aus dem Fenster zu schauen. Das Wetter lud eigentlich zum weiterschlafen ein, aber da wir schon aufgestanden sind entschieden wir uns doch ins Kaunertal zu fahren. Also noch schnell etwas essen, meine 7 Sachen packen, die Lawinensituation und das Wetter checken und ab in den Fürstenweg wo Ötzi pünktlich um 7:45 Uhr auf mich wartete - wenn’s um Schitouren geht sind selbst Studenten pünktlich ;) .Nach ca. 1 ¼  Stunden kamen wir im Kaunertal bei der Mautstelle an. Als wir dann die Maut zahlten verschlug es uns schon etwas die Sprache. Wir zahlten sage und schreibe 10 Euro Maut – aber nicht fürs Auto sondern pro Person. Naja… aber da wir schon mal hier waren, fuhren wir um 20 Euro leichter weiter über die eisige, kurvenreiche, einspurige Straße durch das tiefverschneite Kaunertal zum Rifflerboden.Dort standen wir dann erneut vor einem Problem der anderen Art. Wir waren zwar die einzigen Tourengeher, fanden aber keinen Parkplatz. Dort wo normalerweise der Parkplatz ist lagen ca. 50cm schöner, weißer Schnee und auf der Straße war kein Platz zum Parken.

Aber wozu haben wir die Lawinenschaufeln dabei. Kurzer Hand schaufelten wir uns unseren Parkplatz selber frei und stellten das Auto dort ab. Gerade als wir fertig waren hörten wir ein leises Grollen das immer lauter wurde und schon sahen wir den Schneepflug. Kurzerhand schob der Schneepflugfahrer den Parkplatz frei und deutete uns, wir sollten das Auto dort abstellen. Doch irgendwie kam ich aus dem freigeschaufelten Parkplatz nicht mehr heraus, da der Untergrund zu weich war. Doch nach einigen Versuchen brachten Ötzi und ich das Auto wieder auf die Straße bzw.  den richtigen Parkplatz.

Parkplatz freischaufeln  

 

Nach dem Umziehen und Auffellen ging es dann endlich los. Da wir die ersten auf dieser Tour waren und jede Menge Neuschnee gefallen war, musste neu gespurt werden. Die Rolle der Spurmaschine übernahm Ötzi und ich trottete hinterher (was aber auch nicht immer so leicht war).

Irgendwann so gegen halb elf rief mein Schwager an und sagte mir, dass ich heute morgen Onkel eines 52cm großen und 3.32kg schweren Buben der auf den Namen Valentin hören sollte, geworden sei. Super… da steht man mitten im Niergendwo auf 2500m Seehöhe, plagt sich im tiefen Schnee bei schlechter Sicht irgendeinen Berg hoch und dann erfährt man dass man Onkel ist. Sowas erlebt man auch nicht alle Tage.  Weiter gings durch den tiefen Schnee und über versteckte Steine immer der Spur von Ötzi hinterher.

Nach ca. 1 ½ Stunden machten wir eine kurze Pause mit Kartenstudium. Doch die Karte wollte irgendwie nich den Berg hinauf und machte sich aus dem Staub – bergab natürlich wohin denn sonst. Sie rutschte über einen kleinen Hang hinunter, verschwand dann aus unserem Blickfeld. Irrtümlich glaubten wir sie sei im Tiefschnee stecken geblieben. Doch weit gefehlt. Ca. 15 Meter weiter unten kam sie wieder zum Vorschein, glitt einen ca. 1m hohen Gegenhang hinauf und rutschte dann noch mehrere Meter die Aufstiegsspur hinunter.

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Nachdem der Ausreißer geborgen war ging es weiter leicht ansteigend das Riffltal hinein bis zum Beginn des Rifflgletschers. An insgesamt 2 steileren Hängen entschieden wir uns wegen der Lawinensituation (Stufe 3) etwas größeren Abstand zu halten.

Auf den Gletscher angekommen zeigte das Wetter sich von seiner besten Seite. Ner Wind hatte von Nord auf Süd gedreht und die Sonne kam zum Vorschein. Wir peilten dann den Übergang zum Krummgampental an um dort auf ca. 3170m Seehöhe die Schi zu deponieren und den Gipfel über den Ostgrat zu Fuß zu besteigen. Doch die letzten 200 Höhenmeter erwiesen sich als die härtesten der ganzen Tour. Der ca. 38° steile Ostgrat war voll mit großem vereistem Blockgestein, zwischen dem immer wieder Triebschneefelder waren in denen man bis zur Hüfte einsank.

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Doch nach ca. 40 Minuten waren auch diese 200 HM bewältigt und so standen wir nach etwas mehr als 4 Stunden Aufstieg um ca. 14:30 Uhr am Glockturm. Nach einem Bergheil, einer kleinen Jause und einem Fototermin ging es wieder über den Grat zum Schidepot. Leider blieb ich beim Absteigen (ca. 150 Hm unterhalb des Gipfels) mit einem Telekopstecken in einem Loch hängen und schon hatte ich 3 Stecken – konnte aber nur einen verwenden So wurde aus der ersehnten Tiefschneeabfahrt eine wahre Plagerei. Da Ötzi die breiteren Schi hatte und somit besser gleiten konnte, lieh er mir dann im Flachen seinen zweiten Stecken. Nach ca. 45 Minuten waren wir dann wieder beim Auto und machten uns auf den Heimweg.

Alles in allem war es eine lässige aber extrem anstrengende Schitour über 1075 Hm, bei der wir (außer den Schneepflugfahrer) keinen Menschen getroffen haben. Und danke an Ötzi für die Spurarbeit!!!!!!!!!!!

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Overlay Glockturm (für die AV-Digitalkarte - Datei am Rechner speichern, Karten öffnen und dann im Menüpunkt OVERLAY MIT dem Punkt OVERLAY LADEN die Datei öffnen)

Hier gibts noch mehr Fotos…

siehe auch auf www.alpine-auskunft.at.

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